Die Zockerschuld an der griechischen Misere

Mrz 13, 2010 von

Das allgemeine Medienecho erweckt den Eindruck, dass skrupellose Zocker und Spekulanten schuld seien an der drohenden griechischen Staatspleite. Dabei wird jedoch versucht zu übermalen, dass grundsätzlich eher eine falsche Haushaltspolitik seitens der griechischen Regierung die tragende Kraft hinter ihrem Schuldenstand ist.

Das Vorgehen der griechischen und vieler europäischer Politiker in diesem Fall ist nicht neu, wenn es Probleme gibt, müssen die Verantwortlichen Personen der Öffentlichkeit bekannt gemacht und an den Pranger gestellt werden. Dass es sich hierbei oft um Augenwischerei handelt, sollte längst jedem aufgefallen seien. Denn niemand gesteht gerne ein, selbst schuld zu sein.

Dieses allgemeine Vorgehen von Politikern lässt sich anhand der griechischen Krise recht gut beobachten. Fest steht, der griechische Staat hat über Jahre hinweg zuviel Schulden gemacht. Die natürlich Reaktion des Marktes darauf ist, dass die Zinsen für griechische Staatsanleihen steigen. Und dennoch: Die Verantwortung dafür trägt nach außen hin nicht die griechische Regierung oder die Europäische Union, sondern die böswilligen Spekulaten, die ohne Grund die Zinsen in die Höhe treiben? Ohne deren “Wetten” hätte Griechenland auch heute noch keine Probleme!

Spekulaten eignen sich in diesen Tagen und spätestens seit der Finanzkrise wunderbar als Sündenböcke. Sie verdienen mit dem Unglück andere Geld und zeigen uns schonungslos die Wahrheit auf. Das ist der wichtigste Teil ihre täglichen Geschäfts, Sie analysieren Märkte, Unternehmen und eben auch Nationen und prognostizieren deren wirtschaftliche Entwicklung oder stellen fest, welche Kreditwürdigkeit diese besitzen. Würden Sie dies nicht tun und Griechenland weiterhin, z.B. erstklassige Kreditwürdigkeiten aussprechen, könnte es zu dazu führen, dass in einigen Jahren, ähnlich wie bei der Finanzkrise, festgestellt werden muss, dass diese niemals zurückgezahlt werden können. Was weltweit weit größere Folgen hat als ein Eingestehen der jetzigen Situation ohne Vertuschung.

Dabei dürfen wir eines nicht vergessen, die Märkte handeln demokratisch und nicht wie ein dunkler, schwarzer Ritter. Viele von uns sind Teil dieser Märkte und traden täglich, wir sind Teil der Masse, die die Entwicklungen an den Kapitalmärkten steuern und auch die großen Spekulaten, sind nicht eine handvoll böser Mitmenschen, sondern eine breite Schar, deren Summe sich als demokratische Entscheidung in den einzelnen Kursen widerspiegelt.

Zudem darf man nicht vergessen, dass die “Wetten” der Spekulaten in Ihrer eigenen Verantwortung stattfinden. Sie würden in der breiten Masse einfach nicht auf einen Staatsbankrott wetten, wenn es nicht wahrscheinlich wäre. Sonste könnten Sie ja keinen Gewinn daraus erzielen.

Quellen:
http://www.meinpolitikblog.de/2010/03/02/griechenland-der-euro-und-die-spekulationswelle/
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=8220&Itemid=248
http://pirx.blogsport.de/2010/03/13/31/

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